pulsmedien.de

Schmetterling 2.0

Hier finden Sie Erfahrungsberichte anderer chronisch Kranker, Austauschmöglichkeiten, hilfreiche Links und Leserstimmen zum Buch:

erfahrungsberichteaustauschlinksstimmen größer

Hallo, liebe Kranke und andere Betroffene; hallo, liebe user!

Von Frauke Bielefeldt   avatar

Nun geht der Schmetterling in seine zweite Runde. Damals kam eine Menge an Rückmeldungen von Menschen, die ebenfalls mit chronischer Krankheit und enormen Begrenzungen zu leben haben. Es bestätigte sich, was auch der Anstoß für mich zum Schreiben gewesen war: Umgang mit Krankheit ist ein Thema, das sehr viel mehr Menschen betrifft, als man denkt. Viele verschwinden einfach in der „Versenkung“ … Weiterlesen

*** *** ***

Eine tolle Serie

Im Dezember gab es eine eindrückliche Reihe an Losungen. Ich bin ja an sich kein Fan von unreflektiertem „Orakeln“ im Zusammenhang mit einzelnen Bibelversen, aber diese Serie hat mich wirklich gepackt:

Mittwoch, 10.12.2014: „So spricht der HERR: Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Siehe, ich will dich gesund machen.“
(2. Könige 20,5)

Donnerstag, 11.12.2014: „Der HERR sprach zu Mose: Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Sage ihnen: Gegen Abend sollt ihr Fleisch zu essen haben und am Morgen von Brot satt werden und sollt innewerden, dass ich, der HERR, euer Gott bin.“ (2. Mose 16,11-12)

Freitag, 12.12.2014: „Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.“ (Psalm 91,4)

„Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.“ (Philipper 4,7)

Und dann kam ein paar Tage später noch dies (einer meiner Lieblingsverse bezüglich CFS):

Donnerstag, 18.12.2014: „Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Sorgen; denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf.“ (Psalm 127,2)

Und im Neuen Testament: „Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“ (1. Petrus 5,7)

Das spricht nun wirklich für sich …

*** *** ***

Juni 2014:

Ein Jahr lang habe ich nun die Impulse des Monats geschrieben, ihr findet sie unten (Februar 2014 absteigend bis März 2013). Dann war eine kleine Pause dran. Nun sollen die Impulse wieder fließen, aber 1. nicht immer genau monatlich, sondern in loser Reihe, und 2. nicht immer von mir. Ich will ja nicht die Vorzeigekranke sein, sondern zum Austausch anregen. Jeder hat etwas zu sagen! Schickt mir eure Texte, das was euch anspricht und hilft! (an: Frauke.Bielefeldt[at]pulsmedien.de)
Heute beginne ich mit altirischen Segenswünschen, die mir eine Patientin zuschickte. Was sie schreibt, wünsche ich uns allen, auch in schweren Tagen:

Den Frieden im Rauschen der Wellen, den Frieden im schmeichelnden Wind, den Frieden über dem stillen Land, den Frieden der Sterne, die über uns sind,
den Frieden wünsche ich dir, den Frieden wünsche ich mir.

Den Mut, auch den Schmerz zu erfahren, den Mut, bis zum Gipfel zu gehen, den Mut, Unmögliches zu wagen, den Mut, auch den Stürmen zu widerstehn,
den Mut wünsche ich dir, den Mut wünsche ich mir.

Die Zeit, um wieder zu träumen, die Zeit, einfach glücklich zu sein, die Zeit, zu spielen und zu lachen, die Zeit, von Zeit zu Zeit einfach dankbar zu sein,
die Zeit wünsche ich dir, die Zeit wünsche ich mir.

Die Hoffnung auf all deinen Wegen, die Hoffnung, da, wo du jetzt stehst, die Hoffnung wie Wind in den Segeln, die Hoffnung, die trägt,
überall, wo du jetzt gehst, die Hoffnung wünsche ich dir, die Hoffnung wünsche ich mir.

5. Juli

Und diesen persönlichen Segenswunsch schickte mir eine Freundin zum Geburtstag:

Einen wärmenden Sommer
einen geschützten Ort im Herbst
einen Ofen im Winter
ein offenes Fenster im Frühling
– Gott segne dich!

13. Juli 2014: Aus der Tiefe

Man, ist das Leben wieder bescheiden … und um mich herum lauter Christen, die für meine Heilung beten, als ob sie für morgen garantiert wäre. Da fühle ich mich oft doppelt einsam. Kennst du das? …
Meine Kämpfe sind so ganz andere. Ich ringe mit einem Gott, der mich schon viele lange Jahre nicht geheilt hat. Der auch keine Heilung versprochen hat. Der aber versprochen hat, dass er jeden segnet, der an ihn glaubt und auf ihn hofft. Der auch immer wieder aus Not errettet, auch wenn damit die Grunderkrankung vielleicht nicht weg ist. In mir entsteht ein kleines Lied. Gestern kam schon der erste Vers: „Aus der Tiefe …“ Daraufhin schaue ich mir heute Psalm 130 an, und nun summe ich vor mich hin:

Aus der Tiefe rufe ich zu dir
Höre meine Stimme, neig dich herab zu mir.
Alle Lasten bring ich vor dein Angesicht.
Du bist treu und gnädig und vergisst mich nicht.
 
Meine Seele wartet auf den Herrn
Mehr als die Wächter auf den Morgen
Denn bei ihm ist Gnade und viel Erlösung bei ihm.

Der Psalm redet übrigens eigentlich von Menschen, die gesündigt haben. Sie leiden also unter ihrer Last der Schuld, nicht unter etwas Unverschuldetem. Das ist so oft in den Klage- und Bittpsalmen. Es irritiert mich immer wieder, dass die Schreiber so klar ihre eigene Sünde erkennen können und alles Leid, das sie beschreiben, auch das körperliche („verschmachtete Gebeine“ etc.), aus ihrer Sünde resultiert. Aber im Neuen Testament sagt Jesus ganz deutlich, dass bei Krankheit keiner Schuld haben muss (Johannes 9). Heute gibt es nun einmal viel Krankheit und wir dürfen auch diese Last vor Gott bringen. Aus der Tiefe unserer Seele, die all das speichert, was das in unser Leben bringt, was es uns raubt, was es uns auflädt.
Das Lied geht mir nicht aus dem Kopf. Aus der Tiefe rufe ich zu dir … Alle Lasten bring ich vor dein Angesicht … du vergisst mich nicht … Auch wenn es niemand hört: Gott hört es, und meine Seele auch.

*** *** ***

Februar 2014: Was zum Lachen 🙂

Bald ist wieder Karneval, Fasching, wie auch immer. Hier im Norden Deutschlands wird das weniger gefeiert, aber etwas Humor und Leichtigkeit können nie schaden. Gerade, wenn man viel mit Krankheit zu tun hat: „Humor ist die beste Medizin.“ Besonders, wenn er die eigene traurige und unangenehme Situation aufs Korn nimmt … Weiterlesen

Januar 2014: Ein guter Start

Heute Nacht werden die Korken knallen! Die Silvesterraketen werden in den Himmel schießen und mit ihnen die Gedanken der Menschen über das Neue Jahr. Was wird es bringen … Weiterlesen

Dezember 2013: Es weihnachtet sehr!

Ja, es weihnachtet sogar sehr – so sehr, dass heute schon der 4. Advent ist (…) Alle Jahre wieder packen mich die Ereignisse der ersten „Weihnacht“, der Geburt Jesu … Weiterlesen

November 2013: Das Spiel

Diesen Impuls schreibe ich im Rückblick (…). Doch es gab immerhin den 10. November … Weiterlesen

Oktober 2013: Fiese Vergleiche

Vergleichst du dich manchmal? Soll man ja nicht machen, bringt ja nichts … Ehrlich gesagt: Ich vergleiche mich andauernd … Weiterlesen

September 2013: Der Herbst kommt

„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei meinem Namen gerufen; du bist mein!“ (Jesaja 43,1)                                                          Ich habe Angst. Der Herbst steht vor der Tür (…) Ich weiß jetzt schon, was das mit meiner Seele machen wird … Weiterlesen

August 2013: Es reicht!

August – Sommer! Und Juli: auch schon Sommer! Ferien. Daher mal kein „Impuls“. Müde, kaputt, zu viel anderes (…) Da hilft nur eins: weiter entlasten. Weglassen, abgeben, loslassen … Manchmal macht mich das furchtbar unzufrieden, ein andermal traurig. Und manchmal, da kommt mir glücklicherweise dieser Satz in den Sinn, den Gott zu Paulus gesagt hat … Weiterlesen

Juni 2013: Gott sieht uns!

„Ob ich sitze oder stehe, du weißt es. Ob ich liege oder gehe, du bist um mich und siehst mich.“ – Nie werde ich den Tag vergessen, an dem eine Freundin diesen Spruch aus Psalm 139,2-3 vorlas (eigentlich bloß als „Tageslosung“ aus dem Kalender) und mir augenblicklich die Tränen ins Gesicht schossen … Weiterlesen

Mai 2013: Ein besonderer Tag

Heute ist der 1. Mai. Für viele ein besonderer Tag, weil sie endlich mal frei haben. Für mich macht das kaum einen Unterschied; als Kranke habe ich quasi immer frei (und meine paar Stunden, die ich für Verlage arbeite, werden vom Feiertag nicht weniger …). „Tag der Arbeit“ – für uns bekommt dieser Titel einen ganz eigenen Klang … Weiterlesen

April 2013: Ostern und ich

Die Ostertage liegen hinter uns. Ich habe mich in diesen Tagen neu der Frage gestellt: Was bedeutet mir Jesus, der Gekreuzigte und Auferstandene, in meinem realen Leben, in meinem Leben mit Krankheit? Jesus ist für meine Schuld gestorben, das ist wunderbar und Grundlage für alles. Als ich das vor 25 Jahren erfasst habe, kam Gott in mein Leben hinein, kräftig wie ein Blitz und lebendig wie die Sonne. Aber was bedeutet er mir heute? Weiterlesen

  • Claudia sagt:

    Habe gerade deine Blogs November bis Januar gelesen. Waren wieder so ansprechend und tröstlich, echt und aufbauend. Ja, das ist unsere Perspektive als langjährig Kranke: Jesus ist da ! Danke fürs Schreiben, Frauke. Ich hoffe, viele mutlose Kranke lesen sie und werden ermutigt. In dem Sinne: Frohes Neues Jahr ! Deine Claudia